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Schnupperwoche im Ökodorf Sieben Linden

22. April 2013

Wie sieht das Leben in einem Dorf aus, dass sich größtenteils selbst versorgt?

Wie gehen die Bewohner mit dem Thema „Besitz" um? 
Und wie engagiert sich jeder einzelne für die Gemeinschaft?
Das hat sich unser Grafikpraktikant Florian auch gedacht und hat im Ökodorf Sieben Linden eine Waldmitarbeitswoche absolviert.
Seine Erfahrungen und Eindrücke möchte er im folgenden Text mit uns teilen: 

Waldmitarbeitswoche im Ökodorf

 

siebenlinden 3Das Ökodorf Sieben Linden veranstaltet jedes Jahr verschiedene Mitarbeitswochen. In diesen dürfen Interessierte sich das Dorf ansehen und bekommen Informationen über das Leben vor Ort, während sie gemeinsam an aktuellen Bauprojekten arbeiten. Ich habe Ende Februar an der Waldmitarbeitswoche teilgenommen und durfte bei der Waldpflege und Aufforstung einer dorfeigenen Waldregion mitwirken.

Das Ökodorf wurde vor 15 Jahren, neben Poppau, in der Nähe von Salzwedel, ins Leben gerufen. Inzwischen zählt der Ort etwa 140 Einwohner. Einige von ihnen haben Arbeitsstellen innerhalb des Dorfes, wie zum Beispiel im eigenen Waldkindergarten. Andere arbeiten teils außerhalb und teils im Dorf, etwa um Brennholz für die Gemeinschaft aus dem dorfeigenen Wald zu schlagen, der 45 Hektar umfasst. Einige wenige sind wiederum Vollzeit in anderen Orten beschäftigt.

In Sieben Linden wird nicht auf Geld verzichtet, wie es in einigen anderen Gemeinschaften der Fall ist. Jeder hat seinen eigenen Besitz. Trotzdem gibt es gemeinsame Geldtöpfe, von denen alle profitieren. Dieses Verfahren ist bei der Verpflegung gut zu betrachten: Da es im Ökodorf momentan nur ca 10 ha Gartenfläche gibt, die derzeit bewirtschaftet werden können, werden einmal pro Woche biologisch angebaute Lebensmittel von einem Betrieb aus Elkershausen bezogen. Diese Lieferung wird, so wie eigene Erzeugnisse, im Regiohaus gelagert. Dort herrscht für alle Dorfbewohner freier Zutritt zu den Lebensmitteln. Über Abokistenn können sich die Bewohner dort versorgen. Genussmittel wie Schokolade oder Bier müssen aus eigener Tasche gezahlt werden.

Die Dorfbewohner können sich aber auch zu drei festen Mahlzeiten einfinden, die von einer siebenlinden 2Köchin jeden Tag zubereitet werden. Generell wird die Verpfegung der Kinder gemeinsam von der Gemeinschaft getragen. Gelebt wird in Sieben Linden sehr unterschiedlich, von Bauwägen, bis hin zu großen Wohngemeinschaften. Die Bauweise der Gebäude ist sehr fortschrittlich und trotzdem naturbezogen. Das Zusammenleben in der Gemeinschaft wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Eine gemeinsame Ideologie oder eine einheitliche religiöse Richtung gibt es nicht. Doch es gibt gemeinsame Werte.

Auf mich wirkten die Menschen im Dorf sehr zufrieden und glücklich. Ein respektvoller Umgang und ruhige Konfrontation mit Problemen, sowie eine gänzlich autentische Lebensweise machen ein harmonisches Zusammenleben, wie es dort zu finden ist, möglich. Für Kinder würde ich dieses Dorf zum perfekten Ort erklären. Wer mit so viel Naturbewusstsein und offenem Umgang aufwächst, aus dem kann nur eine starke Persönlichkeit werden.

Die Waldmitarbeitswoche in Sieben Linden war für mich eine tolle Lebenserfahrung. Ich nehme daraus die Sicherheit mit, dass es realistisch ist im Einklang mit der Natur zu leben, ohne sich von der Außenwelt abzukoppeln. Somit leistet das Dorf nicht nur einen kleinen Beitrag, sondern agiert als Vorbild und zeigt wie man mit Freude, pflichtbewusst gegenüber Gesellschaft und Planet, leben kann.

Text: Florian Fluck
Fotos: Michael Würfel, Janina Kaphahn

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